{"id":10,"date":"2016-02-16T23:17:33","date_gmt":"2016-02-16T22:17:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.casa-curgnun.ch\/?page_id=10"},"modified":"2016-02-17T22:47:16","modified_gmt":"2016-02-17T21:47:16","slug":"morissen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.casa-curgnun.ch\/?page_id=10","title":{"rendered":"Morissen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Morissen ist eine Nachbarschaft der Gemeinde Lumnezia und des Bezirks Surselva. Das Dorf liegt typischerweise zusammengekauert auf dem S\u00fcdhang des Piz Mundaun am Ende einer Abzweigung der Lugnezerstrasse. Das Dorf wird erstmals in einem Urbar der bisch\u00f6flichen G\u00fcter von Chur im 12. Jahrhundert als Mureinsene erw\u00e4hnt. Der Name erscheint danach in zahlreichen Varianten, z. B. Mureizen, Muraizen, Moreissens, Mureiscen u. a. Die aktuellen Schreibungen Murissen bzw. Morissen sind seit 1600 frankiert. Der Name stammt eventuell von Moritz bzw. Murezi (Eigent\u00fcmer des Tals) ab.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Um 1400 geh\u00f6rten auch die sieben Hofe von Surcuolm, n\u00e4mlich Marschaga, Permaniga, Furzaniga, Lutterenga, Puntenga, Dulenga und Pfifferscher Hof der Nachbarschaft Morissen, welche somit auch die Durchfahrt der Transitstrasse von der Cadi und Obersaxen \u00fcber Surcuolm \u2013 Sogn Carli\/Morissen und weiter via Vella \u2013 Cuolm Val \u2013 Spl\u00fcgen\/S. Bernardino in die Lombordei bzw. ins Tessin kontrollierten. Im 1630 ist die Trennung wegen Streit und dauernder Auseinandersetzung infolge des Wald- und Weidegebrauchs um den Mundaun erfolgt. Der Streit hat jedoch bis zur Trennung der Gemeinden\u00fctzlichkeiten im 1895 gedauert. Ab dem 13. bis im 15. Jahrhundert sind Ministeriale \u201ede Morissen&#8220; dokumentiert und bis 1370 war Morissen als Feudum des Bistums von Chur unter Vormundschaft der Grafen de Belmont und danach der de Sax-Mesauc. Im 1538 hat sich die Nachbarschaft dann von feudalen Rechten des Bistums freigekauft. Kirchlich hat Morissen bis im 1907 (selbstst\u00e4ndige Kirchgemeinde) der Mutterkirche Pleif\/Vella angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der erste dokumentierte Stamm sind die Adelsleute \u201ede Morissen&#8220; (1210); im 1389 erscheint ein bisch\u00f6flicher Vasall Rudolf von Blumenthal und im 1393 ein Symon von Tauna (Fontana). Von den noch heute wohnhaften Familien sind seit dem 1443 die Montaltas, Caduffs und Blumenthals dokumentiert. Andere Quellen lassen die Collenbergs bis sp\u00e4testens um 1500 zur\u00fcckdatieren. Die Camenischs erscheinen erstmals im Taufregister des 1672, die Cavegns im 1673 und die Riedis im 1738. Im Jahre 1827 haben sich Ammanns (ausgestorben) und Wasers in Morissen eingekauft. Ausgestorben oder weggezogen sind unter anderem die Caflischs, Tavernas, Peders, Sievis, Triaccas und Tschuors.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Katastrofen und Epidemien aller Art sind auch f\u00fcr Morissen anzunehmen \u2013 vor allem im 16. und 17. Jahrhundert \u2013 die Quellen dazu fehlen jedoch. Dagegen sind 11 Epidemietodesf\u00e4lle f\u00fcr das Jahr 1800 dokumentiert. Viehseuchen haben zwischen 1752 und 1765 gew\u00fctet und im Sommer des 1939 hat wegen Maul- und Klauenseuche jedes Galtvieh, ausgenommen die weidenden und getrennten K\u00e4lber, get\u00f6tet und begraben werden m\u00fcssen. Im 1724, 1728 und 1936 haben grosse Brandf\u00e4lle Leid in die Nachbarschaft herbeigetragen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Nachbarschaft Morissen ist vollst\u00e4ndig eine Bauerngesellschaft gewesen: die Rindviehzucht hat seit dem 16. Jahrhundert geherrscht und bis in den Jahren 1950 hat der Getreidebau eine wichtige Rolle im Rahmen der Eigenversorgungswirtschaft gespielt. Der Beginn des Kartoffelanbaus ist um 1800 zu datieren. Die Modernisierung der Landwirtschaft und die Agrarsubventionspolitik haben fast das ganze Kleinvieh (Schafe, Ziegen, Schweine), welche bis 1960 sehr zahlreich und zur Viehzucht bzw. Milchproduktion gef\u00fchrt hat, verschwinden lassen. Somit hat der Ackerbau (Getreide und Kartoffeln) zugunsten des Weidgangs nachgeben m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Aktuell z\u00e4hlt Morissen 17 Landwirtschaftsbetrieben: acht Milchproduzenten, sechs M\u00e4st- und Galtviehbetriebe, zwei Mutterkuhbetriebe und ein Schafz\u00fcchter. Neben dem Bauernwesen sind in Morissen folgende Betriebe niedergelassen: zwei Schreinereien, ein Lebensmittelgesch\u00e4ft, die Gemeindeverwaltung (mit Gemeindewerkstatt) und andere. Von den Pendlern (ohne Studenten) arbeitet der gr\u00f6sste Teil in der Surselva bis nach Chur.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Bev\u00f6lkerung bewegt sich (soweit dokumentiert) zwischen 297 (1835) und 169 (1888); vorwiegend jedoch zwischen 230 und 250. Zwischen dem 1930 und dem 1960 hatten die Familien durchschnittlich 6.8 Kinder und das Dorf des 1941-1953 ein Jahresdurchschnitt von 12.5 Geburten mit einem Maximum von 24 Geburten seit dem 1947. Zwischen dem 1951 und dem 1961 absolvierten durchschnittlich zwischen 71 und 111 Kinder die Grundschulen (und das auf 297 bis 287 Einwohner!). Nach dem 1960 wurde diese Zahl in heftiger Weise auf zwei bis drei Kinder pro Familie verringert. Aktuell z\u00e4hlt Morissen 28 Kinder unter 16 Jahren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Dorfgesicht hat sich seit dem 1960 gr\u00fcndlich ver\u00e4ndert. Der wachsende Wohlstand (dank den Subventionen) hat die Mechanisierung der Landwirtschaftsbetriebe und die Renovation der H\u00e4user bzw. die Ersetzung der \u00e4ltesten H\u00e4user (schwarze Baracken) des 17. Jahrhunderts erlaubt. Jedoch bringt sich eine wenig w\u00fcnschenswerte Entwicklung zur Geltung: der historische Dorfkern leert sich mehr und mehr. Die einheimische Bev\u00f6lkerung hat sich an Randgebieten des ehemaligen Dorfs in Ansammlung niedergelassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Quelle:\u00a0http:\/\/www.lumnezia.ch\/de\/informationen\/nachbarschaften\/nachbarschaft-morissen.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morissen ist eine Nachbarschaft der Gemeinde Lumnezia und des Bezirks Surselva. Das Dorf liegt typischerweise zusammengekauert auf dem S\u00fcdhang des Piz Mundaun am Ende einer Abzweigung der Lugnezerstrasse. 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